HERBERT EICHHOLZER WETTBEWERB 2023

Nach intensiver Recherche, einer Ortsbesichtigung in Graz und einer Befragung der lokalen Bevölkerung wurde ein städtebauliches Konzept entwickelt, das sowohl gestalterische als auch lebensqualitative Verbesserungen zum Ziel hat. Die Umfrage zeigte zentrale Problem Felder wie mangelnde Barrierefreiheit, Schimmelproblematik, Abfallmanagement und eine insgesamt geringe Wohnqualität auf.

Der Entwurfsansatz basiert auf der Weiterentwicklung des Bestandes durch An-, Auf- und Umbauten, um Abrisse möglichst zu vermeiden. Aufgrund der sich wiederholenden Gebäudetypologien erwies sich eine modulare Bauweise als sinnvoll. Die nördliche Straßenseite wurde bewusst in die Höhe entwickelt, um den Lichteinfall zu verbessern und die Dominanz der bestehenden Massenwohnbauten städtebaulich zu reduzieren.

Holz und Fassadenbegrünung bilden die zentralen Entwurfselemente und tragen sowohl ökologisch als auch klimatisch zur Verbesserung des Wohnumfelds bei. Ergänzend spielt Solarenergie eine wesentliche Rolle: Geplant wurden Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtfläche von 3.418 m² und einer Leistung von 683 kWp, die einen Großteil des Energiebedarfs decken und zusätzliche Einnahmen generieren.

Im Umgang mit der historischen Bedeutung des Ortes wurde bewusst auf eine Überthematisierung verzichtet. Stattdessen wurde ein Museum in der Andersengasse 32–34 vorgesehen, das die Geschichte dokumentiert und bewahrt. Der denkmalgeschützte Keller bleibt erhalten und wird von 120 Holzpfeilern umrahmt, die an die 120 Opfer des ehemaligen Arbeitslagers erinnern. Diese bauliche Geste symbolisiert das Lernen aus der Vergangenheit und das Weiterbauen für eine lebenswerte Zukunft.